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Die Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt.
Für Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Beihilfefähig.

Unser "Diagnosefinder"

ILIOSAKRALGELENK
Schmerz / Schmerzen im
Iliosacralgelenk, ISG-Blockierung, ISG-Arthropathie

Das Wort Iliosakralgelenk wird häufig auch mit c geschrieben (Iliosacralgelenk). Weitere gängige Bezeichnungen für dieses Gelenk sind Sakroiliakalgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk (lateinisch: Articulatio iliosacralis).

Der Begriff „Iliosakralgelenk“ beschreibt die durch starke Bänder gewährleistete gelenkähnliche Verbindung zwischen dem Kreuzbein und den Becken knochen.
Iliosakralgelenke - Quelle: www.halter-chiropraktik.ch

Häufig haben Rückenschmerzen ihren Ursprung auch in einer ISG-Blockierung bzw. ISG- Arthropathie. Meist liegen funktionelle Störungen vor, oft hervorgerufen durch Fehlhaltungen, Beinverkürzungen oder auch Abnutzung. Die betroffenen Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Rotation (= Drehung), über Schmerzen im lumbosakralen Übergangsbereich (= Übergang von der unteren Lendenwirbelsäule zum Kreuzbe in), aber auch typischerweise über Schmerzen im Bereich der Spina iliaca posterior superior (= hinterer oberer Darm bein stachel) mit evtl. unspezifischen Ausstrahlungen in die Beine (Gesäß, hinterer und seitlicher Oberschenkel bis zur Wade und evtl. Ferse).

Meist besteht gleichzeitig auch ein sog. Beckenringsyndrom.

Neurologische Ausfälle bestehen nicht. Ein Schmerz, der von den Beckenbändern ausgeht, ist in der Regel nicht auf den Rücken beschränkt, sondern es treten noch andere Schmerz lokalisationen hinzu, besonders bei typischen Bewegungen.
Differentialdiagnostisch
(= weitere in Frage kommende Erkrankungen betreffend) ist an ein LWS-Syndrom bzw. an eine Lumbalgie zu denken.
Ansonsten sind Iliosakralgelenk
- Arthropathien auf entzündliche Ursachen zurückzuführen (entzündlich/rheumatisch bei der Bechterew Krankheit).

Behandlung bei einem Schmerz (chronischer) im Iliosakralgelenk (Iliosacralgelenk):
Grundsätzlich gilt, daß durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) versucht werden muß, eine für die geklagten Schmerzen ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken. Gelingt dies, so muß diese zunächst kausal (= entsprechend dem Krankheitsbild) behandelt werden.
Dazu ein Beispiel: Werden schmerz
hafte Iliosakralgelenk e durch eine Beinverkürzung verursacht, so wird man zunächst entsprechende orthopädische Schuhe zum Höhenausgleich verordnen.
Verbleiben nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch chronische Schmerz
en im Iliosakralgekenk, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei ein Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordert:

Medikamentöse Schmerztherapie bei einer Affektion (= Krankheit, Störung) im Iliosakralgekenk (Iliosacralgekenk):
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können wie auch bei anderen Rückenschmerzen zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerz zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika ((z.B. Tramadol, Tilidin, Oxycodon (Tilidin oder Oxycodon auch mit Naloxon) oder Morphin)) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei diesen Schmerzen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden.Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Schmer zen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei einem Schmerz (chronischer) im Iliosakralgekenk (Iliosacralgekenk):
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockade
n.
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der lokalen Infiltration der Iliosakralgelenk
e (Kortison-Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen) und der meist verspannten Muskulatur im Bereich der unteren Lendenwir belsäule. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus.
In hartnäckigen Fällen kann dicht an das betroffene Iliosakralgekenk über einen Zeitraum von ca.10-14 Tage (je nach Heilverlauf) ein dünner Katheter
(= Kunststoffschlauch) eingepflanzt werden, über den das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) mehrmals täglich schmerzfrei eingespritzt werden kann.
Bei weiterhin verbleibenden heftigen Schmerzen kommt als nächst höhere Therapiestufe die lumbale Periduralblockade
(= rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich), insbesondere kontinuierlich mit Katheter* in Frage. Diese Betäubungsform ist eine sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerzen" bzw. bei einem schmerzhaften Iliosakralgekenk als vertretbar eingestuft werden.
Wenn eine Periduralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei Mißbildungen, Zustand nach operativer Wirbelsäulenversteifung usw.), bietet sich die sog. Kaudalanästhesie
(= rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kreuzbe in hindurch) an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B. 20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der Kreuzbe in- / Lenden bereich erreicht werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren, vom Iliosakralgekenk (Iliosacralgekenk) ausgehenden Rückenschmerzen kann zur Durchführung rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch für ca. 10-14 Tage dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.

Physikalische Therapie bei einem Schmerz im Iliosakralgekenk (Iliosacralgekenk):
Auch eine Elektrostimulation kann beim schmerzhaften Iliosakralgekenk eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Wir verordnen TENS grundsätzlich nur leihweise für 6 Monate, da erfahrungsgemäß die Wirkung nach längerer Anwendung nachläßt.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem schmerzhaften Iliosakralgekenk empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls schmerzlindernd wirken.
Die Verordnung von Massagen ist bei chronischen Schmerzen nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist die heilgymnastische Therapie um Dysbalancen der beteiligten Muskeln nachhaltig auszugleichen.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie) durchaus gute Erfolge aufzuweisen.

Andere Therapiemaßnahmen bei einem schmerzhaften Iliosakralgekenk:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur (Schmerzakupunktur) zur Behandlung chronischer Schmerzen nicht unerwähnt bleiben.
Auch eine Magnetfeldtherapie kann hilfreich sein, gleiches gilt für die Hochtontherapie.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Organbelastungen (funktionelle Ergotherapie). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Mus
kulatur erlernen um diese dann zu Hause in eigener Regie durchführen zu können.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen.
Psychotherapeutische Interventionen
können beim ausgeprägten "psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.

Bestehen chronische Schmerzen längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).

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Aktualisiert: >22.11..2008</> kusb&
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